Ein Hauch von Lifestyle im heimischen Wohnzimmer – Die Riccardo Jetset-Box im Test

Beginnen wir zur Abwechslung doch mal mit einer Quizfrage: Was machen Lisa & Lena, Bibi, Julienco oder Shirin beruflich? Bibi, wer? Gehört ihr auch noch zu der Generation, die mit der Wirkung und Stellung von Influencern wenig bis gar nichts anfangen kann? Willkommen im Club! Zugegeben, auch meine Berührungspunkte mit den Trendsettern des World Wide Web sind trotz großen Marketinginteresses recht schwach. Die gerade genannten „jungen Herrschaften“ sind nicht irgendwer, sie versammeln zusammen rund 25 Millionen Follower auf den gängigen sozialen Plattfornen hinter sich und zählen zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Was sie für schön und brauchbar halten, wird ganz schnell ein Renner. Vorbei die Zeit, in welcher wir geschaut haben, was Schauspieler und Models angesagt finden. Das übernehmen jetzt Menschen wie die 15 jährigen Zwillinge Lisa & Lena, die auf Instagram eine Fangemeinde von 11 Millionen Anhängern hinter sich scharen.

Influencerboxen - "Wundertüte" mit Lieblingsprodukte der Internetstars

Grund genug für mich, bei diesem Thema einmal genauer hinzuschauen. Und was macht man, wenn man sich damit so gar nicht auskennt? Man startet den praktischen Feldversuch. Das habe ich gemacht und mir eine Influencerbox direkt in mein Wohnzimmer kommen lassen. Wenn schon Lidl auf das „Influencer-Pferd“ aufspringt, wollte auch ich etwas davon haben und habe mir die „Riccardo Jetset-Box“ bestellt. Was steckt dahinter? Der ein oder andere mag sich aus alten Kindertagen noch an „Überraschungstüten“ erinnern. Das Prinzip ist ähnlich. Influencer packen eine Kiste mit ihren vermeintlichen Lieblingsprodukten und fertig ist die Influencerbox. Herausgeber ist in meinem Fall ein gewisser Riccardo Simonetti. Er hat sich in recht kurzer Zeit an der Spitze der deutschen Influencer etabliert. Bis zum Abitur unterscheiden sich unsere Lebensläufe auch nur marginal. Heute lebe ich im schönen Vechta, habe ca. 130 „Facebookfreunde“, Simonetti jettet um die Welt und auf Instagram hat er rund 162.000 Follower.

Wie bekomme ich so viele "Internetfreunde" wie Kathi Hummels?

Genau von diesem „Sternchen“ habe ich jetzt einen „Teil aus seinem Leben“ geordert und die Jetsetbox vor mir stehen. Kaugummi, Hand- und Tagescreme, Powerbank und Studentenfutter ohne Rosinen stecken hinter der Glitzerfassade des Bunten-Lidl-Kartons. Relativ normale Dinge für einen „Star“. Eine Frage brennt mir jetzt aber doch unter den Nägeln. Was muss ich denn machen, damit im Netz mehrere Millionen Menschen auf die Idee kommen, meinem Profil zu folgen und mich als Leitfigur in ihr Leben lassen. Eine Kathi Hummels (ebenfalls sehr erfolgreiche Influencerin und „zufällig“ Ehefrau von Mats Hummels) ist sicher eine sehr attraktive Frau, aber wirklich beeindrucken tut sie mich jetzt nicht wirklich. Andere anscheinend schon! Warum interessiert es ihre stattliche Fangemeinde sonst, welches „Shampoo“ sie benutzt“ und warum hat mich bisher noch niemand danach gefragt? In der letzten Woche habe ich eine neue Joghurtsorte ausprobiert, Telefonverträge verglichen und mich mit verschiedenen Ausführungen von Beton-Pflanzsteinen für den Bau eines heimischen Sandkastens auseinander gesetzt, aber wer zum Geier will das denn wissen? Ich werde das von nun an auf alle Fälle im Auge behalten und versuchen, das Influencertum ab jetzt nicht nur zu belächeln.

Riccardo Jetset- Box im Selbstversuch durchgefallen

Die Idee, den Otto Normalverbraucher über eine Produktbox zum Testen und Kaufen zu animieren, ist ein guter Marketingansatz. Riccardos Tagescreme wird real und auf emotionaler Ebene erlebbar. 12,- € sind für diesen Spaß in meinen Augen auch voll in Ordnung. Die Präsentation und Ausführung fällt vor mich jedoch völlig durch. Die hochwertige und stylische Verpackung (Karton) hält in keinster Weise, was sie verspricht. Lieb- und planlos wurden alle Produkte mit einem Knäuel Füllwolle in eine viel zu große Schachtel geworfen. Mit professioneller Produktpräsentation hat das nichts zu tun.
Wenn dieser Riccardo die Handcreme im Flugzeug aufträgt, grenzt das für mich an penetranter Geruchsbelästigung. Diese ist in meinem Test absolut durchgefallen. Tagescreme und Powerbank sind in Ordnung, für mich allerdings auch nicht wirklich der Hit. Studentenfutter ohne Rosinen muss man mögen, meins ist das leider nicht.

Sorry Riccardo und sorry Lidl, aber mit Lifestyle und Jetset hat der bunte Karton für mich rein gar nichts zu tun. Gute Idee, aber die Ausführung muss deutlich besser werden.

 

Autor: Alexander

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