Warum Unternehmen ein strukturiertes Marketing brauchen

Strukturiertes Marketing ist wichtig - Photo by Ryoji Iwata on Unsplash

Unter dem Motto „Gemeinsame Interessen gemeinsam vertreten“ wurde Mitte der 90er Jahre der Verbund Oldenburger Münsterland von den Landkreisen Cloppenburg und Vechta gegründet, um im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte und Reiseregionen gemeinsame Stärken zu nutzen. Auf dessen Internetauftritt (www.om23.de) ist die Unterseite „Maschinen- und Anlagenbau“ forsch mit „Das Silicon Valley der Agrartechnologie“ betitelt. Was sich im ersten Moment etwas großspurig anhört hat aber einen realen Hintergrund. Viele mittelständische Unternehmen stehen auf der Schwelle zur Internationalität oder haben sie bereits überschritten. Dabei ist man zurecht stolz auf das bisher Erreichte und dank neuer, teils eigener Innovationen aus dem heimischen Maschinenbau- und Agrarsektor auch bereit für den nächsten Schritt. Manchmal sind es die eigenen Kontakte, die einem den ersten Schritt in andere Märkte ermöglichen, manchmal wagt man es, auf einer Messe im Ausland auszustellen, um ein neues Verkaufsgebiet zu erschließen.

Unstrukturierter Markenauftritt

Ich selber habe es schon einige Male erlebt. Man stellt zum Beispiel auf einer Messe in England aus und sieht plötzlich bekannte Gesichter. Oder besser gesagt: den Stand eines Marktbegleiters aus der Gegend. Doch dann das: Ein Blick nach oben und man liest (beispielsweise): „Firma Mustermann, Lüftungssysteme GmbH“. Bitte was? Die deutsche Firmenbezeichnung? In England?

Ein weiterer Blick auf den Rest des Auftritts bestätigt meine Befürchtung: alles in Deutsch! Darauf angesprochen, sagt man mir, dass man sich kurzfristig dazu entschieden hätte, hier auszustellen. Und da man keine Erfahrung mit Ausstellungen im Ausland hätte, wurden die Unterlagen mitgenommen, die man hat. Man könne ja vieles anhand der Bilder erklären.

Zugegeben, das ist ein extremes Beispiel. Doch viele Unternehmen machen immer wieder die gleichen Fehler. Sie sind in ihrem Markenauftritt unorganisiert und unstrukturiert. Das Logo, das in den Siebzigern vom Firmengründer selber erdacht wurde, wird wahllos und so oft wie möglich platziert. Unprofessionelle Fotos mit schlechter Beleuchtung zeigen das eigene Best Practice und die Broschüren und Flyer haben keine Struktur. Und das Ganze präsentiert man stolz beim Erstkontakt in fernen Landen!

You never have a second chance to make a first impression

Grundsätzlich passt diese Einstellung zu vielen Unternehmen im Oldenburger Münsterland. Es wird angepackt und gemacht. Das ist schließlich das, was das eigene Unternehmen und die Gegend stark gemacht hat. Meistens wird dann aber auch der eigene Markenauftritt vernachlässigt. Dazu hat man keine Zeit. Und warum auch? Hat doch bisher auch "ohne" geklappt?

Eben nicht! Ich selber stelle mir immer wieder die Frage, was ein potentieller Kunde denkt, dem ich zum ersten Mal meine Unterlagen gebe. Wenn er dann eine Broschüre bekommt, auf der in möglichst kleiner Schrift auf Vorder- und Rückseite möglichst viele Informationen stehen - und auch noch drei kleine Fotos gezeigt werden. Jeder Quadratzentimeter wird ausgenutzt. Ein visueller Rundumschlag!

Leider wird sehr häufig die Wirkung der eigenen Unterlagen für einen ersten Eindruck komplett unterschätzt. Das beginnt bei den eigenen Broschüren und Produktinformationen, geht über den Messeauftritt und endet bei der Homepage. Kurz gesagt: es fehlt das richtige Design.

Design als Erfolgsfaktor

Stellt Euch doch bitte folgende Frage: Wenn ihr die Unterlagen von zwei Unternehmen betrachtet – eines wirkt verstaubt und „altbacken“, und das andere hat ein modernes und klares Aussehen. Welches würdet ihr wählen? Na klar! Das mit dem modernen Auftritt! Von einem Unternehmen mit professionellem Auftritt erwartet ihr automatisch ein gutes Produkt. Doch ein gutes Design und vor allem ein einheitlicher Firmenauftritt haben weitere Vorteile: Man setzt sich von anderen Unternehmen ab und schärft das eigene Image. Eine ansprechende Gestaltung hilft dabei, dem Kunden im Gedächtnis zu bleiben und man setzt sich von der Konkurrenz ab. Oftmals bewegt sich das eigene Unternehmen dann auch noch in einem Sektor, in dem sich die Anbieter nur wenig voneinander unterscheiden: ein homogener Markt mit ähnlichen Produkten und Preisen. Warum soll ich also immer alles so machen, wie es die anderen Unternehmen auch machen? Warum setze ich mich nicht mit meinem Auftritt von den anderen ab? Und wage mal ein provokantes Bild oder einen markanten Werbespruch? Die Antwort darauf ist meistens so simpel und konservativ wie unsinnig: "Das machen alle so!" OK. Aber bloss, weil es alle so machen, ist es noch lange nicht GUT.

Ein Thema, über das man viel diskutieren kann. Und hier wären wir wieder beim ursprünglichen Problem: Für ein strukturiertes Marketing fehlt oft die Zeit. Dann nimmt man lieber die Unterlagen, die man schon hat. Man kann ja schließlich vieles anhand der Bilder erklären. Oder auch nicht. Weil der potentielle Kunde bei der Konkurrenz  steht - die mit dem modernen Design.

 

Autor: Thomas

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